Warum RAL-Farben nichts mit der originalgetreuen Lackierung von Zündapp, Simson, Kreidler, Puch & Hercules zu tun haben - Rocketcolors

Warum RAL-Farben nichts mit der originalgetreuen Lackierung von Zündapp, Simson, Kreidler, Puch & Hercules zu tun haben

Wer sein Oldtimer-Moped restauriert, stößt früh auf die Frage: Welche Farbe ist die richtige? Und fast genauso schnell taucht der Begriff RAL auf – in Foren, bei Lackierern, im Baumarkt. Doch wer für seinen Zündapp KS 50, seine Simson Schwalbe, seine Kreidler Florett, seine Puch Maxi oder seine Hercules Prima mit RAL-Farben ans Werk geht, macht einen grundlegenden Fehler. Einen, der das Restaurierungsergebnis dauerhaft kompromittiert.

Was ist RAL überhaupt?

RAL steht für Reichs-Ausschuss für Lieferbedingungen – ein deutsches Farbsystem, das 1927 ursprünglich für die Normierung von Industriefarben entwickelt wurde. Heute umfasst das RAL Classic-System über 200 Farbtöne, die in Industrie, Architektur und Handwerk als Kommunikationsstandard dienen. RAL 3000 ist Feuerrot. RAL 5010 ist Enzianblau. RAL 9005 ist Tiefschwarz.

Das klingt praktisch – und ist es auch, wenn es darum geht, eine Fabrikhalle zu streichen, ein Stahltor zu beschichten oder Verkehrsschilder zu normieren. Mit der Lackierung von Oldtimer-Mopeds hat das jedoch herzlich wenig zu tun.

Wie wurden Mopeds in den 1950er bis 1980er Jahren lackiert?

Die deutschen Mopedproduzenten – Zündapp in München, Simson in Suhl, Kreidler in Kornwestheim, Puch in Graz, Hercules in Nürnberg – entwickelten ihre Lackfarben intern und unabhängig voneinander. Jeder Hersteller arbeitete mit eigenen Farbrezepturen, eigenen Lieferanten und eigenen Bezeichnungssystemen.

Ein Zündapp „Olympiablau“ aus dem Jahr 1974 ist kein RAL-Ton. Ein Simson „Pearlweiß“ aus den 1980ern ist kein RAL-Ton. Ein Kreidler „Florettsilber“ ist kein RAL-Ton. Diese Farben wurden nach herstellereigenen Rezepturen gemischt, die auf Pigmentzusammensetzungen, Bindemitteln und Verarbeitungsverfahren basierten, die heute nicht mehr standardmäßig verfügbar sind.

RAL-Farben wurden von diesen Herstellern schlicht nicht verwendet – weder als Referenz noch als Basis.

Warum ist RAL trotzdem so verbreitet?

Weil RAL das einzige Farbsystem ist, das die meisten Lackierer kennen. Wer in eine Lackiererei geht und sagt „Ich brauche das Blau meines Zündapp KS 50“, bekommt häufig die Antwort: „Das ist ungefähr RAL 5015“ – Himmelblau. Oder RAL 5017. Oder RAL 5019. Je nach Tagesform und Bildschirmkalibrierung.

Das Problem: „Ungefähr“ ist bei einer Restaurierung keine akzeptable Kategorie. Wer ein Fahrzeug originalgetreu wiederherstellen möchte, braucht den exakten Farbton – nicht eine Industrienorm, die zufällig ähnlich aussieht.

Was passiert, wenn man RAL-Farben verwendet?

Das Ergebnis sieht auf den ersten Blick oft akzeptabel aus – besonders auf Fotos. Doch wer das restaurierte Fahrzeug neben ein unberührtes Originalteil hält, sieht den Unterschied sofort:

  • Der Farbton stimmt nicht – zu sättigt, zu kühl, zu warm, zu dunkel.
  • Der Glänzungsgrad weicht ab – Originallacke hatten oft spezifische Seidenglanz- oder Mattanteile.
  • Die Tiefe fehlt – historische Lacke enthielten Pigmentkombinationen, die mit modernen RAL-Einschichtlacken nicht reproduzierbar sind.

Bei Oldtimertreffen, Concours-Bewertungen oder beim Wiederverkauf fällt das auf. Ein mit RAL lackiertes Moped ist kein originalgetreues Moped – es ist ein neu lackiertes Moped.

Wie macht es Rocketcolors?

Bei Rocketcolors gehen wir einen anderen Weg – den einzig richtigen für eine authentische Restaurierung.

Unsere Lackfarben werden per Hand rezeptiert, basierend auf ungebrauchten Originalteilen: NOS-Bleche, Originaltanks, Schutzbleche und Rahmenteile, die nie der Witterung ausgesetzt waren. Kein verblasstes, nachbehandeltes oder überlackiertes Teil – sondern das echte Original als Referenz.

Das Ergebnis ist eine Rezeptur, die den Originalfarbton so genau wie möglich trifft – in Farbton, Sättigung, Helligkeit und Oberflächencharakter. Made in Germany. Ohne Kompromisse.

Merkmal RAL-Farbe Rocketcolors Originalrezeptur
Basis Industrienorm Ungebrauchtes Originalteil
Farbtongenauigkeit „Ungefähr“ Rezeptgenau
Herstellerbezug Keiner Modell- & Baujahrbezogen
Produktion Industriell normiert Handrezeptiert, Made in Germany
Ergebnis Neu lackiert Originalgetreu restauriert

Verfügbare Marken bei Rocketcolors

Wir haben Originalrezepturen für alle wichtigen deutschen und österreichischen Mopedmarken:

  • Zündapp – KS 50, KS 80, GTS 50, Bella, Combinette u.v.m.
  • Simson – Schwalbe KR51, S50, S51, S70, Star, Sperber u.v.m.
  • Kreidler – Florett, K54, MF-Serie u.v.m.
  • Puch – Maxi, Cobra, DS 50, MV 50 u.v.m.
  • Hercules – Prima 1–6, K50, Supra, Ultra u.v.m.

Alle Farben sind erhältlich als Spraydose (400 ml), Spritzlack (250–1000 ml) und Lackstift (50 ml).

💡 Tipp: Farbton nicht sicher? Schick uns ein Originalteil – wir mischen deinen Farbton rezeptgenau an. Kein RAL. Kein Schätzen. Nur das Original.

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